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Politiker sind nicht begeistert

So stand es heute 27.02.2012 im Stader Tageblatt

In Hagen Steinbeck soll ein Gewerbegebiet entstehen.

Dröhnende Steinbrecher, rumpelnder Schwerlastverkehr, stinkende Kompostieranlage, gefährliche schadstoffbelastete Stäube und das alles in und am Rande eines bestehenden Wohngebietes. Reicht die Beeinträchtigung durch den Bahnlärm denn immer noch nicht aus? Wohnwert ade.

Politiker sind nicht begeistert, sind es die Einwohner? Niemand der Einwohner wurde informiert oder befragt. Wie schon öfter in letzter Zeit geschehen, wage Informationen nur der Presse zu entnehmen.

Wie aus heiterem Himmel soll jetzt über die Köpfe der Betroffenen hinweg entschieden werden.

Am Donnerstag, 01. März 2012
wird dieses ein Thema in der Sitzung des Ortsrates der Ortschaft Hagen sein.

Informationen zu dieser Sitzung und insbesondere zu diesem Tagesordnungspunkt sind der Redaktion von stade-hagen.de durch den Ortsrat Hagen leider nicht mitgeteilt worden, so dass die Bürgerinnen und Bürger sich im Vorwege nicht informieren konnten.

Stehen die gewählten Hagener Politiker zu ihrer Ortschaft und den Einwohnern, oder werden die Entscheidungen zu Gunsten des Rates und Verwaltung der Hansestadt Stadt getroffen?
Unsere Politiker setzen dort unterschiedliche Prioritäten.

Wir können also nur mit Spannung erwarten, wie die Ortsratmitglieder in Ihrer Sitzung am Donnerstag entscheiden werden.

Wie verhält es sich mit der bisherigen Aussage:
ich zitiere aus dem Stader Band der Kunstdenkmale des Landes Niedersachsen die folgende Charakterisierung:

" Hagen-Dorf  - eine von Hecken umhegte Siedlung“.

Das soll alles vorbei sein?
Bedeutet das noch Wohnwert?  Wer denkt an unsere Kinder?

Klaus Tietje, 27.02.12

Wollen wir das?

Hier mal ein Beitrag aus dem Forum Bürgerinitiative Waggum

Seit Jahren wird in der Gemarkung Waggum zwischen Bienrode und Waggum durch die Fa.Hannemann eine Steinbrechanlage betrieben. In der genannten Anlage werden dabei Betonbauteile, Bauschutt und sonstige mineralische Baustoffe mechanisch zerkleinert bzw. durch Zerkleinerung zur Weiterverarbeitung aufbereitet.

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Die täglichen Arbeiten bei der Steinbrechanlage Waggum der Firma Hannemann

Genehmigt wurde der Standort der Steinbrechanlage mittels Beschluss durch den Bezirksrat Bienrode-Waggum-Bevenrode, die Überwachung des Anlagenbetriebes erfolgt durch das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig. Dieses ist des Weiteren zuständig für die Erteilung der Betriebserlaubnis der Anlage sowie die Festlegung der darin enthaltenen, durch die Fa. Hannemann zu erfüllenden Vorschriften und Auflagen.

In diesen Auflagen wurde auch festgelegt, dass man mit der Anlage an maximal fünfzig Tagen im Jahr arbeiten darf. Tatsächlich aber wurde allein schon in diesem Jahr an mehr als ca. achtzig Tagen dort gearbeitet. Auch gilt es, einer Staubentwicklung durch Wasserzugabe rechtzeitig und wirksam entgegen zu wirken. Von all dem kann seit Beginn der Arbeiten im Jahr 2005 keine Rede mehr sein.

Nachdem die Anlage nun bereits seit einigen Jahren betrieben wird, stellt sich für die Anwohner in unmittelbarer Nähe die Frage, inwieweit durch die Genehmigung der Anlage sowie den Betrieb derselben geltendes Recht gebeugt wird oder ob mit Wissen der beteiligten Behörden und Einrichtungen gar gegen geltendes Recht verstoßen wird.
Speziell durch die Anwohner im Westen Waggums (die Anlage befindet sich in einer Zone vorwiegend vorherrschender Westwetterlagen und damit westlicher Windrichtungen, die Entfernung zwischen der Betriebsstätte und den ersten Wohngebäuden beträgt ca. 350 m) wurde nachweislich festgestellt, dass es zu einer merklichen Erhöhung von Lärmbelästigungen und vor allem einer massiven Zunahme der Belastung durch Stäube gekommen ist.

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Bei normaler trockender Witterung fliegt dieser Staub Richtung Osten nach Waggum (Auch hier gerade)

Da die Zusammensetzung der zerkleinerten Materialen unbekannt ist, muss davon ausgegangen werden, dass durch die Bearbeitung in der Steinbrechanlage auch gesundheitsschädliche Stoffe freigesetzt werden. Während in nahezu allen größeren Städten eine massive Überwachung der Feinstaubbelastung (und Regulierung für den Fall der Überschreitung von geltenden Grenzwerten !) vorgenommen wird, scheint im Fall der Steinbrechanlage die Belastung für die Anwohner unverhältnismäßig wenig kontrolliert oder seitens der Behörden ignoriert zu werden.
Als besonders kritisch und hinterfragungswürdig stellt sich dabei der Sachverhalt dar, dass sich das Gebäude der Grundschule Waggum auf der Claudiusstraße in lediglich ca. 250 m Entfernung (und nur durch einen Feldweg getrennt) zu der Anlage befindet. Auch wenn das Schulareal nordwestlich der Steinbrechanlage gelegen ist (und sich damit nicht ständig in der vorwiegend herrschenden westlichen Windrichtung befindet), konnte bei entsprechender Ost-Wetterlage festgestellt werden, dass Staubwolken - in z.T. nicht unerheblichen Maße - in Richtung des Schulgebäudes zogen. Warum hier seitens der Schulleitung nicht schon längst reagiert wurde, ist unverständlich. Es sollte doch davon ausgegangen werden, dass die Gesundheit kleiner Kinder oberste Priorität hat bzw. so lange zu schützen ist, bis eindeutig festgestellt wurde, dass es durch die feinen Stäube nicht zu einer Beeinträchtigung der Gesundheit kommt.

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Blick von Waggum Richtung Osten zur Steinbrechanlage, man sieht den Staub Richtung Grundschule ziehen

Auch wenn durch die kontrollierende Institution „Gewerbeaufsichtsamt" die Überwachung der auferlegten Betriebserlaubnis erfolgt, muss festgestellt werden, dass es durch den Betreiber der Anlage wiederholt zu diversen Verstößen gegen die Betriebsgenehmigung kommt. Anhand großer Staubwolken während des Betriebes zeigt sich, dass eine Berieselung der Anlage zwecks Eindämmung/Minderung der Staubemissionen nicht In ausreichendem Umfang vorgenommen wird. Hinzu kommt, dass scheinbar massiv gegen die erlaubte Zahl an jährlichen Betriebstagen verstoßen wird und der Betrieb auch nach Überschreitung des vorgegebenen Richtwertes fortgesetzt wird.

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Alle Arbeiten werden nur sporadisch duch das Zufügen von Wasser zur Staubminderung durchgeführt, hier gerade wieder ohne!

Unter Betrachtung aller Umstände stellt sich die Frage, ob hier durch alle involvierten Behörden und Entscheidungsträger im Sinne des Bürgers - speziell derer, die in unmittelbarer Nähe wohnen - agiert wird. Insofern geltendes (Umwelt-)Recht verletzt oder gesetzlich vorgeschriebene Grenzwerte überschritten werden, ist es die Pflicht derer, die über diesen Sachverhalt informiert sind, einzuschreiten und zu reagieren bzw. nachzubessern.
 
Zum momentanen Zeitpunkt wird die Gesundheit von (kleinen) Kindern sowie vieler Anwohner wissentlich beeinträchtigt oder sogar gefährdet. Auch wenn die Sicherung von Arbeitsplätzen, die Ansiedlung von Industrie oder die Aussicht auf (Gewerbe-) Steuereinnahmen in der heutigen Zeit einen berechtigten Stellenwert hat, sollte eine derart massive (gesundheitliche) Beeinträchtigung der Menschen (und deren Lebensqualität) im Umfeld der Steinbrechanlage unterbunden werden. In Bezug auf die zuständigen Entscheidungsträger muss von diesen erwartet werden, dass eine eindeutige Stellung hinsichtlich der Gesundheit der Bürger und Anwohner von Waggum und Bienrode bezogen wird.

Die Waggumer Bürger, ganz besonders die stark betroffenen im Westen unseres schönen Ortes sind es nach Jahren leid, in ihrer Lebensqualität von Lärm und Staub nahezu täglich beeinträchtigt und gefährdet zu werden. An dieser Stelle sind auch unser Bezirksbürgermeister Herr Kliesch oder auch der Waggumer Bürger und Fraktionsvorsitzende der CDU in Braunschweig, Herr Sehrt gefragt.

http://www.waggum.info/mitglieder/index.php?PHPSESSID=f0d9396024214e4084d9e7bbde1708f1&topic=189.0

 

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